Blog 365 - 26.04.2015 - Bücher, Lesen und Lesewoche

Kaum sind die Baustellen zum größten Teil erledigt, geht es ans Wiedereinräumen des Zimmers. Dazu hole ich erstmal alle Bücher aus den Regalen und sortiere sie. Welches Buch möchte ich griffbereit haben? (Erste Reihe im Buchregal). Welches möchte ich erstmal nur aufheben? (Zweite Reihe, eingelagert hinter der ersten). Was möchte ich nicht nochmal lesen (Flohmarkt oder Bücherschrank), und bei welchem Buch möchte ich nicht, dass das überhaupt noch jemand anderes liest? (Müll).

Der breite Bücherstapel geht vier Meter quer durch das ganze Wohnzimmer und sieht nicht so aus, als würde er überhaupt wieder in die Regale passen können. Da inzwischen aus Platzmangel schon Bücher auf den oberen Abschlussbrettern gestapelt waren, ist das sogar sehr wahrscheinlich. Aber da ich zweireihig einräume und vorher kritisch sortiere, dauert es zwar etwas, aber am Ende passt alles. Es bleibt eine große Kiste mit Büchern übrig, die nicht mehr durch die persönliche Interessenkontrolle gekommen sind. Wie ich die jetzt auf die Schnelle los werde, weiß ich aber auch nicht.

Parallel dazu geht es auch an die Zusammenstellung der Lesung für die Lesewoche. Ich habe fünfundzwanzig Kinderbücher da, in denen Freundschaft eine Rolle spielt. Von denen sortiere ich nach dem Durchsehen auf passende Vorlesestellen vierzehn aus. Das ist bei einigen schade, aber schließlich möchte ich in 50 Minuten nicht im Eiltempo einen neuen Leserekord aufstellen, sondern eine abwechslungsreiche, aber trotzdem unhektische Lesung machen. Wenn ich zu jedem der verbliebenen elf Bücher kurz etwas erzähle und dann eine kleine Szene lese, bleiben jetzt im Schnitt gerade mal viereinhalb Minuten pro Buch. Das ist kurz, reicht aber, finde ich, um einen kurzen Einblick in den Stil und die Atmosphäre der Geschichte zu bekommen. Bei Old Shatterhand und Winnetou geht es deutlich anders zu als bei Hanni und Nanni oder Jim Knopf und Lukas.

Raus fallen nicht nur Lassie, Fury und Flipper, weil die mir in Leseform einfach zu blöd sind, sondern auch die Biene Maja. Die ist zwar wunderschön geschrieben und mit ihrem Freund Willi ein passendes Freundschaftspaar, ungünstig ist nur, dass es Willi im Buch gar nicht gibt. Der wurde nur für die Zeichentrickserie dazu erfunden. Das erfahre ich aber erst, nachdem ich ihn im ganzen Buch gesucht habe und sehr verwirrt im Internet recherchiere. Dass Mowgli und Balou in der Originalgeschichte des Dschungelbuches zwar Freunde, aber lange nicht so lustig wie im Disneyfilm sind, macht dann aber einen eigenen Reiz aus und passt gut in die Lesung.

Nicht genug mit Bücher sortieren und Bücher für die Lesung zusammenstellen, ich gehe auch noch zu einer abendlichen Lesung der Lesewoche und mache selber zwei Lesungen an einer Grundschule. Die Schule ist nur 30 Autominuten weg, so dass ich nicht schon vor Sonnenaufgang unterwegs und erst am Abend zurück bin. Ich mache sie sozusagen zwischendurch und kann mich danach wieder an das Testlesen für die Kinderbuch-Freunde begeben. Heute, am Sonntag, werde ich das Ergebnis um 18 Uhr vortragen. Ich habe das Gefühl, es wird eine abwechslungs- und erinnerungsreiche Lesung werden. Und mal sehen, ob nur ich dachte, dass Willi immer schon der Freund von Biene Maja war.