Blog 360 - 22.03.2015 - Topinambur, die sprechende Wurst und Fensterlücken

Das ist mal eine schön ruhige Woche. Ich mache eine Lesung in Duisburg beim Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst, wo es nicht nur eine entspannte Atmosphäre und nette Mitarbeiterinnen und Ehrenamtliche gibt, sondern nach der Lesung auch leckere Waffeln.

Zuhause tippe ich gemütlich den Bericht über das Durbridge-Hörspiel mit Bastian Pastewka (www.reihedrei.de) und gärtnere außerdem jeden Tag frühlingsentspannt vor mich hin. Dabei grabe ich unerwartet viel Topinambur aus, dessen hohe Pflanzen im Sommer viel Licht von den Erdbeeren und der Zucchini abgehalten haben. Einen Teil der Knollen grabe ich an anderer Stelle wieder ein, der andere wandert in die Küche.

Bisher bin ich noch kein glühender Fan des Topinambur-Geschmacks, aber vielleicht habe ich das richtige Rezept noch nicht gefunden. Ich behalte ihn aber weiter im Gemüsegarten. Erstens, weil ich den Namen Topinambur so toll finde, zweitens, weil ich gerne frühere, fast vergessene Gemüse in der Küche verwenden möchte, und drittens, weil Topinambur auch aus kleinen, zufällig mit dem Spaten abgeteilten Knollenstückchen austreibt und er vermutlich in meinem Garten für immer irgendwo aus der Erde kommen wird.

Die Sonnenfinsternis am 20. März erledigt sich, weil der Himmel so wolkenverhangen ist, dass ich nicht mal erahnen kann, wo sich die Sonne genau befindet. Es wird ein bisschen regenverhangen grauer, als der Mond etwa 80 Prozent der Sonne verdeckt, und dann ist der spektakuläre Termin auch schon vorbei. Hätte ich es nicht gewusst, wäre mir nicht mal was aufgefallen.

Viel mehr als eine Sonnenfinsternis interessiert mich sowieso die "sprechende Wurst". Die hatte der Puppenbauer Bodo Schulte mal in einem seiner Kurse zu Demonstrationszwecken angefertigt, und die dort verwendete Technik kann ich jetzt für eine neue Puppe brauchen. Blöderweise weiß ich noch so ungefähr, wie er es gemacht hat, aber nicht mehr ganz genau. Beim Zugucken dachte ich damals: "Tolle Sache! Werde ich aber nie brauchen", und habe dementsprechend mit Spaß, aber nicht alle Einzelheiten aufsaugend zugeschaut.

Jetzt wache ich an einem Morgen plötzlich lachend auf, weil ich die Idee zu einer Puppe habe, die ich unbedingt bauen möchte, und brauche dazu die Kenntnisse der "sprechenden Wurst". Da müssen demnächst mal meine Hirnzellen ran und eine richtige Vorgehensweise austüfteln. Sollte das nicht zufriedenstellend klappen, weiß ich schon, was mein erstes Thema im nächsten Baukurs sein wird.

Damit gar keine Langeweile aufkommt, haue ich mit dem Gatten zusammen zwei alte Holzfenster aus dem Haus raus und erhalte zwei Lücken, durch die Licht, Luft, Regentropfen und unsere Katze kommen. Danach schließen wir die Lücken arbeitsaufwändig mit neuen Fenstern. Klappt gut, dauert einen ganzen Tag, ist aber nur die Probe für zwei deutlich größere Fenster, die wir am nächsten Wochenende wechseln wollen. Wie ich bis dahin das Verputzen der Seiten, das Beitapezieren und Streichen des ersten Fenstersatzes schaffen soll, weiß ich auch schon: Wegen zu vieler anderer Termine gar nicht. Ist das schon mal geklärt.