Blog 359 - 15.03.2015 - Ordnung schaffen und in einem Satz mit Bastian Pastewka

Frühling ist eine feine Sache. In mir prickelt es vor Tatendrang. Am liebsten würde ich jetzt sofort eine Klappmaulpuppe bauen, noch besser zwei, und das neue Kinderbuch von vorne bis hinten schreiben. Ich halte mich aber zurück, denn bevor ich mich in die Kreativität fallen lasse, gibt es einiges zu tun. Zum Beispiel im Garten, der dringend auf den Frühlingsstand gebracht werden muss. Je blauer der Himmel strahlt, umso dringender. Das Werkeln, Schneiden und Buddeln macht zwar Arbeit und ist oft anstrengend, aber nach meinen Virus-Sofa-Tagen die allerbeste Therapie. Endlich wieder Luft, Bewegung und Freiheit.

Aber nicht nur den Garten, auch mein Arbeitszimmer, in dem sich in den vergangenen Monaten schon wieder viel von Theaterstücken, Puppenbauprojekten und schnell hingeworfenen Notizen angehäuft hat, muss ich erstmal aufräumen, ehe ich mich entspannt und konzentriert an das neue Kinderbuch setzen kann. Ich merke allerdings, dass sich im Kopf schon viele Gedanken um die Geschichte drehen. Die spontane Idee, alle Personen durch Tiere zu ersetzen, finde ich bei der Vorstellung der Bilder von Piraten-Schweinen und Piraten-Schafen zwar sehr witzig, verwerfe sie aber schnell. Das lenkt zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab. Wie beruhigend, dass die Kreativabteilung in meinem Kopf schon arbeitet, während ich noch - anscheinend unkreativ - Äste durch die Gegend schleppe.

Eine Lesung aus Kinderbuch-Klassikern zum Thema "Freundschaft", die Ende April stattfinden wird, muss ich auch noch entwickeln. Etwa dreißig Kinderbücher stapeln sich und wollen zu einer originellen Zusammenstellung gemacht werden. Na, ob SIE das wollen, weiß ich nicht wirklich, aber ICH will das. Dabei weiß ich noch gar nicht, ob ich nur aus sechs Büchern lese oder aus zwanzig. Bis zu welcher Länge der einzelnen Beiträge ist es vielleicht langweilig, ab wann wird es hektisch? Lese ich einfach nacheinander aus den Büchern oder passe ich die Stellen inhaltlich an? Ich werde viel ausprobieren müssen.

Am Ende der Woche gehe ich zum Live-Durbridge-Krimi-Hörspiel von Bastian Pastewka. Im letzten Jahr habe ich selber ein Live-Krimi-Hörspiel entwickelt und aufgeführt und gerade in der letzten Woche ein fast fünfstündiges Durbridge-Hörspiel aus den Fünfziger Jahren bei meinen Autofahrten gehört. Wenn es also eine Expertin gibt, die eine Live-Hörspiel-Durbridge-Krimi-Aufführung beurteilen kann, dann bin das ja wohl ich. Mein Fazit nach dem dreistündigen Abend: Kurzweilig, spannend, sehr gut und mit großer Liebe gemacht! Es ist eine sehr schöne Mischung aus authentischem Durbridge und Bastian Pastewka, mit großartigem Timing und hohem Unterhaltungswert. In den nächsten Tagen wird es noch einen Bericht dazu geben. (www.reihedrei.de)

Als Expertin nicke ich den Abend gerade anerkennend lächelnd ab, da wenden sich die mir unbekannten Sitznachbarn zu mir und sagen: "Aber IHR Hörspiel war auch klasse!" Sie waren im letzten Jahr Zuschauer bei "meinem" Live-Hörspiel und fanden es spannend und toll gemacht. So wie sie jetzt auch Bastian Pastewkas Hörspiel spannend und toll gemacht finden. Ich freue mich sehr. Besonders, weil sie gerade den großen Pastewka-Vergleich haben und sagen könnten: "War nett bei Ihnen, aber hier bei diesem Hörspiel gibt es ja ganz andere Möglichkeiten." Nein, sie fanden beide Live-Hörspiele, jedes auf seine eigene Art, klasse. Ich und Bastian Pastewka in einem Hörspiel-Satz - hach, großartig!

Erstaunlicherweise werde ich gerade auf das Hörspiel häufiger angesprochen, und meistens ist dann die nächste, ganz ernsthafte Frage: "Und wann führen Sie das nächste auf?" Tja, ich habe das Gefühl, dass meine Kreativabteilung im Hirn auch da schon wieder dran ist. Es könnte sein, dass es im nächsten Jahr ein weiteres, diesmal komplett von mir geschriebenes Live-Krimi-Hörspiel gibt. Ich weiß sogar schon, wie es anfangen könnte. Sollte allerdings Bastian Pastewka demnächst anfragen, ob wir mal zusammen ein Hörspiel machen wollen, würde ich da wohl zusagen. Sofort. Na, vielleicht sage ich auch: "Oh, Bastian, super Idee, aber ich bin gerade an einem eigenen Stück dran. Aber wenn du willst, kannst du da gerne mitmachen." Ach nee, ich würde doch sofort bei ihm zusagen.