Blog 355 - 15.02.2015 - Bericht schreiben und karnevalistisches Liedgut

Die Cover me DVDs sind fertig und verpackt, nach den Karnevalstagen werde ich sie zur AIDS-Hilfe in Köln bringen, die sie an die Künstler verschickt. Da in Köln über Karneval nicht viel in geregelten Bahnen läuft, lohnt es sich nicht, sie schon vorher abzugeben. Vermutlich würde sie dann, mit Luftschlangen dekoriert, bis zum Aschermittwoch im Flur stehen.

Inzwischen verbringe ich viel Zeit mit dem Schreiben des Konzertberichtes. Das Konzert war sehr lang, und ich möchte es als Erinnerung gerne ausführlich beschreiben, so dass es "bleibt". Nachlesbar und in der Erinnerung. Das bedeutet bei einem langen Konzert auch einen langen Bericht mit vielen Fotos. Den lesen nur noch Menschen, die auch daran interessiert sind, aber es gibt so viele, die gerne dabei gewesen wären und beim Lesen einen ungefähren Eindruck bekommen können, wie es war. Außerdem kann jeder, dem der ganze Bericht zu lang ist, nur bei den Bildern des Lieblingskünstlers hängen bleiben und den Abschnitt lesen.

Die Presse war am Abend nicht zugelassen, weil es ein Konzert für Dirk Bach war und es nicht sicher war, ob seine Freunde auf der Bühne ihren Auftritt gut überstehen würden. Einige Pressegeier hätten dann vermutlich sofort draufgehalten und die Bilder von weinenden Künstlern groß in der Zeitung abgebildet. Zum Schutz der auftretenden Künstler blieb es darum in einem "privateren" Rahmen. Nur Fotos von zwei "Haus"-Fotografen wurden anschließend frei gegeben. Da es zwar traurige, berührende Momente, aber keine Weinanfälle gab, und das Konzert großartig war, finde ich, dass ein nachträglicher Bericht jetzt unbedingt sein muss. Ich denke, dass er in der nächsten Woche fertig wird.

Vom Karneval bleibe ich weitgehend unberührt, und mein Unbehagen an simplem karnevalistischen Liedgut steigt von Jahr zu Jahr. Nur eine Party besuche ich in jedem Jahr, bei der viel getanzt wird und es auch völlig karnevalsfreie Musik gibt. Ich tanze und habe Spaß, nur als "Roar" von Katy Perry gespielt wird, habe ich sofort Tränen in den Augen und bin in einer anderen Welt. Dieses Lied wurde mit verändertem Text zu Beginn des Cover me Konzertes mit großer Trauer und kämpferischer Energie für Dirk gesungen und wird für mich immer mit Dirk, der Cover-me-Familie und diesem besonderen Moment verbunden sein. Dass mich das Lied auf der Tanzfläche überrascht, mag ich nicht so sehr, aber es fällt vermutlich nicht auf, dass ich einen leicht veränderten Text leise mitsinge und in Gedanken woanders bin. Den restlichen Abend verbringe ich weitgehend fröhlich lächelnd und tanzend.

Ach, und die Neujahrskarten sind endlich draußen. Die Rückmeldungen über die zu diesem Zeitpunkt völlig unerwarteten Postkarten sind so positiv, dass ich überlege, ob ich sie im nächsten Jahr erst im Mai schicken soll.