Blog 354 - 08.02.2015 - Zwischen Sägespäne und Videos

Ich wechsel von der typischen Frauenarbeit (Schränke ausräumen, Wäsche sortieren), auf typische Männerarbeit (Zimmer renovieren, Bett bauen). Wobei sich "Bett" etwas viel anhört, denn ich baue ein Gestell, auf dem die Matratze liegt. Das allerdings ohne Anleitung und ohne Sechskantschlüssel. Ich baue es auf meine typische Art, wie ich auch vor zehn Jahren meinen Grillplatz gebaut habe. Kurz überlegen, kleine Skizze machen, Holz kaufen, überraschen lassen, ob alles passt und was falsch überlegt war.

Es klappt, und nur ein Brett, dass ich im Baumarkt schätzungsweise für 50 cm hoch gehalten habe, stellt sich als 60er-Brett raus und ist zu groß. Allerdings habe ich es im Baumarkt schon an der Seite absägen lassen, damit es die richtige Breite hat. Ich markiere die überflüssigen 10 cm am Brett und säge sie mit der Stichsäge weg. Danach ist das Brett zu kurz. Mist, war vorher wohl nicht 60, sondern nur 58 cm hoch gewesen. Da hätte ich vor dem Sägen besser mal das Brett gemessen, und nicht nur das, was schätzungsweise weg soll. Kurzentschlossen säge ich vom Nachbarbrett eine kleine Kurve weg, so dass es jetzt einen sinnfreien, aber formschönen Übergang von der hinteren zur seitlichen Umrandung gibt. Anette-Design.

Nach etwa 200 Schrauben steht das neue Bett. Voher habe ich noch viele Kanten abgeklebt, das Zimmer gestrichen, Holz hin und her geschleppt, gesägt, gefegt, gehämmert. Doch dann ist das Zimmer fertig, das Bett sehr stabil, und unter dem Bett so viel Stauraum, dass ich die Kleidung vorher gar nicht hätte aussortieren müssen. Ich hätte sie einfach unter das Bett schieben können, Klappe zu, alles schön.

Fast nebenbei schneide ich einen Mitschnitt der Trierer English Drama Group, den ich im letzten Sommer gemacht und inzwischen völlig vergessen habe. Erst auf die Nachfrage, ob er fertig ist, fällt mir auf, dass ich ihn überhaupt noch nicht bearbeitet habe. Das Schneiden dauert gar nicht so lange, denn es gibt nur zwei Spuren und ich kann nur zwischen Nahaufnahmen und der Totalen wechseln. Trotzdem sind es mit Farbanpassungen, kleinen Verbesserungen und dem Basteln des Namensabspanns am Ende etwa zehn Arbeitsstunden. Aber kein Vergleich mit dem Vier-Stunden-Konzert von Cover me auf fünf Kameraspuren, von denen drei immer Nahaufnahmen hatten.

Sofort fallen mir zwei weitere Theater-Mitschnitte ein, die auch warten. Ganz abgesehen von den vielen alten Konzertsachen, die inzwischen schon "verschollene Schätzchen" sind. Und von zwei Familienurlaub-Videos, die seit mehr als zehn Jahren unbearbeitet sind und auch für mich beim ersten Gucken wieder überraschend sein werden. Ich sollte mir wirklich zwei Stunden in der Woche fest als Videozeit einteilen, damit ich nach und nach durchkomme.

Dafür sind die Cover me DVDs in der Endphase. Jeweils drei DVDs brennen, bedrucken, in die Hülle stecken, Cover schneiden und einschieben. Was sich jetzt so schnell liest, dauert Stunden. Aber es läuft.