Blog 350 - 11.01.2015 - Neue Seite und depressive Affen

Es ist Mitte Januar und ich habe meine Neujahrskarten noch nicht verschickt. Nicht einmal geschrieben. Als Entschuldigung kann ich nur vorweisen, dass ich die Karten erst vor einigen Tagen aus der Druckerei bekommen habe. Allerdings habe ich sie ja auch erst in den letzten Dezembertagen gezeichnet und knapp vor Silvester dorthin geschickt. An der Druckerei liegt es also nicht. Aber wenn ich nicht langsam mal los lege, kann ich die besten Wünsche für das Jahr 2016 gleich mit verschicken. Keine zwei Wochen alt, und schon flitzt mir das Jahr davon.

Inzwischen ist die gurkentee-Seite aber fast komplett und alle verschwundenen Blogberichte sind wieder da. Nach den vielen Stunden, die ich beim Bearbeiten sitzend und starrend vor dem Computer verbracht habe, wird es Zeit für etwas anderes. Ich überlege kurz und beginne mit dem Neu-Aufbau meiner anderen Homepage. Die seit vielen Jahren bestehende dewitz-home.de, auf der es Berichte über Konzerte und Kleinkunst gibt, soll neu gemacht werden. Das heißt: Neuer Name, moderneres Programm, alte Berichte, denn natürlich sollen die vorhandenen Berichte auch auf der neuen Seite zu lesen sein. Schon wieder sitze ich stundenlang vor dem Bildschirm. Das ist natürlich nicht das, was Rücken und Augen erwartet hatten.

Die Arbeit ist wirklich enorm. Jeden alten Bericht kopiere ich, sehe ihn durch, setze ihn auf die neue Seite und gliedere ihn in Abschnitte. Jedes Foto muss ich einzeln kopieren, abspeichern und an der richtigen Textstelle einbauen. Es gibt Berichte mit 50 Fotos oder sogar noch mehr. Ich verlinke Überschriften, füge Namen in eine alphabetische Liste ein und verlinke sie ebenfalls. Nicht nur meine Augen und mein Rücken sind genervt, auch mein rechter Zeigefinger verdreht schon die Augen, weil er hunderte Mal in der Stunde auf die rechte oder linke Maustaste drücken muss. Aber so lange ich an der Seite arbeite, muss er mitmachen. Da bin ich streng.

Der Name der neuen Seite ist: www.reihedrei.de, und sie wird ab heute irgendwann zu sehen sein.

Inzwischen sind die Berichte aus den Jahren 2011 bis 2014 fast schon alle bearbeitet. Ab jetzt mache ich nicht mehr chronologisch weiter, sondern suche mir nach Lust und Laune aus, welchen Bericht ich als nächsten übernehme. Es wird also mal einer aus dem Jahr 2000 dazu kommen, dann einer von 2006 und dann einer aus 2002. Das macht die Arbeit für mich interessanter. Ich werde nämlich noch Monate brauchen, bis ich durch bin. Vor allem, weil ich nicht in dem Tempo der letzten Woche weiter machen werde.

Etwas ungewöhnlich ist meine Freude über kleine, depressive Stoffaffen, die ich liebevoll bei mir aufnehme. Ich rette vorwiegend seltsame Exemplare, die depressiv gucken und die keiner mehr haben möchte.

Diesmal ist der Affe, den ich bekomme, nicht depressiv, stattdessen grinst er angespannt und irre. "Von dem kann man ja Albträume bekommen", meint mein Sohn, findet ihn aber trotzdem sehr reizvoll. Im Rücken hat der alte Affe ein Batteriefach. Irgendwann werde ich ihm eine Blockbatterie einsetzen und abwarten, was passiert. So wie es aussieht, kann er mit den Händen die Becken schlagen, die Augen ein Stück herausschieben und einen Teil des Schädeldaches anheben. Das könnte dann wirklich für Albträume sorgen.