Blog 326 - 27.07.2014 - Hundstage mit Sixpack

Wenn ich nach einem Klappmaulpuppen-Baukurs zuhause ankomme, kann ich meinen Baukram nicht einfach in den Schrank zurück räumen. Nach einer Zeit intensiven Bauens, in der sich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen alles um die Puppen dreht, muss ich erstmal dabei bleiben. Der Löwe profitiert zuerst davon und ist nun so gut wie fertig. Die letzten, wirklich winzigen Details bekommt er in den nächsten Tagen.

Während die Finger danach schon hibbelig nach dem nächsten Schaumstoffstück greifen wollen, überlege ich schnell, was für eine Figur ich bauen möchte. Ein kleines Mädchen steht schon länger auf der Liste, aber plötzlich sehe ich den Mini-Kampfhund im Arm der Filmdiva und denke freudig: Ein Kampfhund! Auf die Idee bin ich niemals zuvor gekommen, aber ich weiß sofort, wie er aussehen soll: Unterbiss, einfältiger Blick, Sixpack und muskulöse, kurze Ärmchen, die wegen der dicken Muskeln kaum einsatzfähig sind. Nein, ich habe gar keine Vorurteile.

Durch Sturm und Regen fahre ich sofort zum Nachbarort, wo es ein Stoffgeschäft gibt, in dem ich drei schöne Stoffe zum Beziehen finde. Einer davon hat den gleichen Farbton wie der Mini-Hund - kräftiges Altrosa - perfekt für den Bodybuilder-Papi-Hund. Meine Familie nimmt es inzwischen schon als normal hin, dass ich den Küchentisch übernehme, ihn mit Schaumstoffstücken, Stoff und Nähzeug belege und die Küche mit Schnipseln und Pattexgeruch fülle. In anderen Familien kommen Gatte und Kinder schnuppernd in die Küche und rufen begeistert: "Uiii, riecht das lecker!", bei mir sagen sie: "Uaaaah, musst du genau dann mit Pattex arbeiten, wenn ich mir ein Brötchen mache?"

Ein eigener Werkraum mit Bandsäge und Schleifmaschine, in dem ich den Dreckskram machen könnte, wäre schon toll! Bei Ebay entdecke ich eine wunderschöne alte Werkbank, und gerade als ich überlege, ob ich sie mir ersteigern soll, fällt mir ein, dass ich noch keinen Werkraum habe. Wäre etwas ungünstig, jetzt auch noch die Werkbank in die kleine Küche zu packen. Vielleicht, wenn ich den Kühlschrank rauswerfe ... ? Oder den Herd?

Fertig wird der Hund in dieser Woche nicht, denn es gibt auch anderes zu tun und ich kann nicht durchgehend am Küchentisch sitzen und bauen. Im Garten sind Gras und Unkraut nach dem vielen Regen hoch gewachsen, Berge von im Frühjahr rausgeschnittenen Ästen müssen mit Motorsäge und Häcksler in Lagerfeuerholz und Häckselschnipsel verwandelt werden, es gibt einigen organisatorischen Kram für das Hörspiel zu erledigen, (das in unglaublichen sechs Wochen Premiere hat!), und zwischendurch arbeite ich sogar am Video von Cover me weiter. Das sollte schon lange fertig sein, aber die letzten Korrekturen von Bild und Ton ziehen sich etwas. Nach zwei Stunden Arbeit auf dem überhitzten Dachboden habe ich gerade mal 38 Minuten Film geschafft. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, und immer mal eine Stunde vor dem Video-Computer lässt das Video irgendwann fertig sein.