Blog 327 - 03.08.2014 - Mord und Totschlag

Das Hörspiel ist in der Endplanungs-Phase. Es ist immer noch Urlaubszeit und eine Probe in halber Besetzung lohnt sich nicht, aber umso wichtiger ist es, dass zur nächsten Probe alles vorbereitet ist. Inzwischen sind die Texte eingebunden, die neuen Schalter für die Leselampen bestellt, ein kleines Musikthema wird gemacht, Auf- und Abgänge sind festgelegt, die Requisiten fast alle da, das Plakat wurde von Simon entwickelt, und ich überlege immer noch, wie ich das Problem der knarrenden Tür löse. Aber da wird mir noch etwas einfallen.

Wir sind zehn Sprecherinnen und Sprecher, die das Stück gemeinsam beginnen, am Ende der Vorstellung werden wir jedoch deutlich weniger sein. Krimis sind für Darsteller gefährlich, und nicht jeder kann beim Schlusssatz noch putzmunter mitreden. Spannung ist also garantiert, und sei es nur bei der Frage: "Wer ist der Nächste und warum?" Aber da es im Stück ziemlich skurrile Typen gibt, gibt es bei allem Mord und Totschlag auch viel zu lachen.

Personell haben wir uns eingependelt. Zuerst war es die Besetzung des ursprünglich geplanten Theaterstücks, aber dann gab es Umbesetzungen, weil es zeitlich nicht für alle klappte. Ganz persönlich freut mich, dass Ferenc im Team ist. Mit ihm hatte ich früher viel zu tun als er noch bei den Wise Guys gesungen hat. Inzwischen mutiert er zum berufsmäßigen Sprecher, und als die perfekt zu seiner Stimme passende Rolle zu besetzen war, dachte ich sofort: "Ferenc!" Das allerdings nicht mit Ausrufe-, sondern mit Fragezeichen, denn ich wusste nicht, ob er überhaupt Lust auf so ein Projekt haben könnte. Hatte er - hurra! Jetzt bringt er mit seiner sonoren Stimme eine große Portion Seriosität in das Stück, gibt der Rolle die passende Stimme, und ich freue mich ganz privat, dass wir mal zusammen auf der Bühne stehen. Beziehungsweise sitzen.

Im Stück bin ich eine unliebenswürdige Haushälterin - dass ich immer unfreundliche, ältere Damen spiele, sollte mir langsam zu denken geben - und mit einer kleinen gemeinsamen Szene eröffnen Ferenc und ich das Stück. Also ... ähm ...  naja, die gemeinsame Szene ist nicht nur klein, sondern winzig. Genau genommen sage ich ihm Guten Tag und bin schon wieder draußen. Aber immerhin. Wir können danach beide sagen, dass wir schon zusammen auf der Bühne standen. Beziehungsweise saßen. Ach, es ist ein wenig kompliziert bei Hörspielen.

Für die sechs Aufführungen an den ersten drei September-Wochenenden hat der Kartenvorverkauf schon begonnen. Es gibt pro Vorstellung nur 50 Zuschauerplätze - wer also mit einer Gruppe von 60 Freunden kommen möchte, hat leider Pech

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Außerdem bin ich jetzt glückliche Hundebesitzerin. Das süße Schnuckelchen hat noch keinen Namen und die Pupillen sind vorerst aufgemalte blaue Edding-Punkte, aber er ist ein knuddeliger, sympathischer, kleiner Kerl. Den muss man einfach lieb haben und ans Herz drücken. So ein zarter, kuscheliger Welpe mit strahlendem Lächeln ist immer bezaubernd. Manchmal glaube ich, dass Pattex-Dünste die Wahrnehmung verändern können. Keine Ahnung, wie ich jetzt drauf komme.