Blog 349 - 04.01.2015 - Meyles, Blogs und schwarzer Kater

Gleich nach den Weihnachtstagen gibt es in einer kleinen Kölner Kneipe ganz unweihnachtliche Live-Musik. Felix Meyle spielt mit seiner Band "Meyles and more", und sein Name erinnert nicht zufällig an Gregor Meyle, denn die beiden sind Brüder. Nachdem ich ihn bei einem Gregor-Konzert kennen gelernt habe, möchte ich mir mal anhören, wie er singt, was er nicht hauptberuflich, sondern in seiner Freizeit tut. Die Kneipe ist voll, was auch daran liegt, dass der Wirt an diesem Abend sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Leider ist es wie meistens bei Kneipenkonzerten: Das Publikum freut sich sehr über die musikalische Live-Untermalung, klatscht nach jedem Lied begeistert - und unterhält sich fast durchgehend. In diesem Fall sowieso, weil auch das Jubiläum gefeiert wird. Je lauter vorne die Musik wird, desto lauter wird hinten geredet. Zum Glück habe ich mich in weiser Voraussicht nah an die Band gestellt und kann gut zuhören. Aber ich bin ja auch extra deswegen gekommen.

 

Die Band spielt mit Schwung und Energie gegen den Grundlärm an, und ich denke beim Mitwippen, dass wohl jeder Künstler durch die Zeit der lärmenden Zuschauer gehen muss, bis es vielleicht später mal Konzerte gibt, bei denen die Zuschauer viel Eintrittsgeld bezahlen und dann aufmerksam lauschend vor der Bühne sitzen. Das Zuhören lohnt sich aber auch jetzt schon. Es gibt Coversongs im eigenen Stil, die nicht einfach nur kopiert werden, die Liedauswahl ist klasse, musikalisch alles sehr gut, und die Stimme von Felix ist wirklich toll. Und sogar Gregor ist da und fällt kaum auf, weil er als Zuhörer im Raum steht und das Konzert seines Bruders besucht. Zuerst denke ich: "Wär ja cool, wenn Gregor am Ende mal für ein Stück auf die Bühne käme", aber schon kurz danach hoffe ich, dass er es nicht tut, denn womöglich wäre das Publikum dann plötzlich aufmerksamer, was sehr unfair gegenüber Felix und der Band wäre. Und als würde Gregor das ähnlich sehen, singt er nicht und bleibt Gast. Ich freue mich, ihn so unerwartet dort zu treffen und habe Spaß an der guten Musik.

Die Tage um Silvester nutze ich, um meine von einem Hacker zerstörten Blogberichte zu reparieren. Das dauert Stunden. Sehr, sehr viele Stunden, die ich zäh vor dem Computer verbringe. Es hilft ja nichts, da muss ich durch. Während des Bearbeitens lese ich interessiert, was für Pläne ich hatte und registriere erfreut, dass die meisten dann auch umgesetzt wurden. Schön. Das war mir vorher gar nicht so bewusst. Besser als tausend neue Pläne und immer heiße Luft. Als alle Blogberichte wieder da sind, denke ich, dass es schade gewesen wäre, wenn sie spurlos im Internet-Nirvana verschwunden wären. Vermutlich nicht für jeden, aber für mich.   

Schwarzer Kater nach links auf schwarzem Klavier -
das kann nur viel Glück für das Jahr 2015 bringen!