Blog 307 - 16.03.2014 - Zwergengarten und Theaterpool

Ich verbringe schon wieder fast alle Tage der Woche bei strahlender Sonne und wenig Außenkontakt im Garten. Ab Montag werde ich verstärkt an andere Tätigkeiten und zurück in die Zivilisation gehen, und da das Wetter deutlich ungemütlicher werden soll, fällt mir das nicht mal so schwer. Draußen ist schon viel geschafft. Dort, wo vorher Büsche, Brombeerranken und Efeu ein im Sommer zwar grünes, ansonsten aber ganzjährig undurchdringliches Gewirr ergaben, ist nun ein niedlicher Gemüsegarten entstanden. Er sieht fast aus wie aus einem Zwergenland. Süß, denn es geht ja nicht um Erträge, sondern um Freude. Einige Kartoffeln, dicke Bohnen und etwas Topinambur sind schon im Boden, die grünen Bohnen und Zucchini müssen noch auf die sicher frostfreie Zeit warten. Der Vorteil meines Mini-Gemüsegartens ist, dass ich im Sommer nicht stundenlang endlose Reihen Unkraut jäten muss. Meine Reihen sind so kurz, da bin ich schnell durch.

Zum Abschluss der intensiven Gartenzeit gibt es einen familiären Grillabend auf dem Grillplatz. Die Vögel zwitschern in den Bäumen, die Sonne ist so warm, dass wir in T-Shirts sitzen können, die Grillkohle knistert und wir sehen mehr als zufrieden auf die neu gestalteten Gartenecken. Sogar auf die Ecken, in denen wir gerade erst angefangen haben und in denen es demensprechend nach frischem Wirbelsturm aussieht, blicke ich freudig. Das ist doch ein Grund, auch in nächster Zeit immer mal wieder rauszugehen, um im Garten zu werkeln. Fertig werde ich sowieso niemals, denn während ich links noch designe, wächst rechts schon wieder was zu.

Im Discounter gibt es Kamelien. Als ich da bin, sind die weißen Kamelien schon ausverkauft, nur rosafarbene gibt es noch in Mengen. Doch mit meinem unglaublichen Scharfsinn entdecke ich mitten auf der Palette eine einzige weiße Kamelie, die niemand vor mir gesehen hat. Wie blöd, denke ich grinsend, denn das Schild mit der weißen Blüte leuchtete doch recht auffällig. Schnell greife ich zu und eile zur Kasse, ziemlich stolz auf mein Geschick bem Kamelienkauf. Zuhause sehe ich mir die Pflanze liebevoll an und entdeckte winzige, rosafarbene Knospenspitzen. Wie süß, denke ich, da scheinen die weißen Kamelienblüten als Knospe noch rotgefärbte Spitzen zu haben.

Inzwischen sind die Knospen noch etwas weiter aufgegangen und mir kommt der Verdacht, dass ich wohl die einzige Idiotin war, die im Geschäft nicht gesehen hat, dass die Pflanze falsch beschildert war. Alle anderen Kunden haben das mit einem kurzen Blick auf die Knospenfarbe anscheinend sofort erkannt. Aber eigentlich sind rosafarbene Kamelien doch viel schöner. Die bringen wenigstens Farbe in den Garten. Und außerdem ... naja. Mist.